Deutsche haben Milliarden auf dem falschen Konto
08.06.2011,Dass die Deutschen gerne sparen, ist nicht neu. Dass die Deutschen womöglich oft falsch sparen, hat dagegen jetzt eine neue Studie herausgefunden. Sie besagt, dass auf deutschen Girokonten bis zu 200 Milliarden Euro lagern, die besser angelegt werden könnten. Außerdem nutzen viele Deutsche zu oft den Dispokredit, wenn ihr Girokonto leer läuft, dabei gibt es auch hier wesentlich günstigere Varianten. Die Banken freut es, denn Girokonten sind meist schlecht bis gar nicht verzinst, der Dispokredit dagegen sehr hoch.
Herausgefunden hat das der Düsseldorfer Finanzexperte Udo Keßler, aus dessen Studie die Süddeutsche Zeitung zitiert. Sie basiert auf Daten der Frankfurter FMH-Finanzberatung und der Deutschen Bundesbank und verrät, dass bis zu 200 Milliarden Euro Privatvermögen praktisch unverzinst auf deutschen Girokonten lagern. Denn der durchschnittliche Zinsatz bei Girokonten liegt derzeit bei 0,15 Prozent. Würde dieses Geld zum durchschnittlichen Zinsatz als Tagesgeld angelegt - derzeit 1,4 Prozent über dem Girozinssatz - könnten die Deutschen pro Jahr 2,5 Milliarden zusätzliche Zinsen einstreichen, wenn sie bei den Top-Anbietern für Tagesgeld anlegen, sogar bis zu 3,7 Milliarden. (Hier geht's zum Tagesgeld-Vergleich.)
Ähnlich das Bild beim Dispokredit. Laut der Studie nimmt etwa jeder sechste Bankkunde regelmäßig den Dispokredit in Anspruch, weil sein Girokonto überzogen ist. Die Gesamtschulden werden von der Bundesbank auf 13,7 Milliarden Euro geschätzt, worauf die Banken die höchsten Zinsen erheben, im Durchschnitt 11,3 Prozent. Würden die Kunden statt des Dispos öfter Abruf- oder Rahmenkredite nutzen, die immer häufiger angeboten werden, würden im Spitzensegment nur 7,0 Prozent Zinsen fällig und die Deutschen würden bis zu 625 Millionen Euro zusätzlich sparen. Bei dieser Art von Krediten räumen Banken den Kunden bestimmte Kreditrahmen ein. Bei Abrufkrediten sind das in der Regel zwischen 5000 und 25.000 Euro, die der Kunde frei ausschöpfen kann. Zinsen werden nur für den abgerufenen Betrag fällig, der gleichzeitig auch jederzeit auf einen Schlag zurückgezahlt werden kann.
Doch auch hier gilt wie überall: Kunden sollten auf das Kleingedruckte achten.
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